Geschichte 1992–– heute

Mit der Wende brach die Produktion in Hohenofen zusammen. Fast keine Papiermaschine auf dem Gebiet der ehemaligen DDR war geeignet, unter den Bedingungen eines weltweiten Marktes wirtschaftlich zu produzieren. Feinpapiermaschinen werden i.d.R. alle fünf bis zehn Jahre total überholt und technisch auf den neuesten Stand gebracht, mit Kosten von mehreren Millionen Euro. Diese Investitionen waren in der DDR unterblieben. Vergeblich wurde noch versucht, in der Zellstoffaufbereitung Fuß zu fassen. 1992 musste das Werk schließen, 140 Beschäftigte wurden entlassen. 1994 pachtete der Kieler Papierausrüster Ernst Felix Rutsch das Werk von der Treuhand. Er wollte Papiere zweiter Wahl aufbereiten und ein Papiermuseum errichten, konnte sein Vorhaben jedoch nicht umsetzen. 2003 wurde die Papierfabrik Hohenofen als technisches Denkmal in die Denkmalliste des Landkreises Ostprignitz-Ruppin eingetragen. Ihre Bedeutung heute geht weit über Brandenburg hinaus: Sie ist die einzige historische komplett erhaltene Papierproduktionslinie Deutschlands, wohl ganz Europas. 2003 übernahm der Verein Patent-Papierfabrik Hohenofen e.V. die Trägerschaft. Er hat sich den Erhalt des technischen Denkmals und die Revitalisierung des Areals zur Aufgabe gemacht.

 

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